Amy Lee, Poppy & Courtney LaPlante Promo Photo

Diese 10 Frauen haben die Rock- und Metal-Szene maßgeblich geprägt

Frauen sind in der Rock- und Metal-Szene nach wie vor unterrepräsentiert. Aber diejenigen, die sie prägen, sind laut, und aus der Szene nicht mehr wegzudenken.

Bild: Amy Lee, Poppy and Courtney LaPlante [Ana Massard]

Who run the world? In der nach wie vor sehr männerdominierten Rock- und Metal-Szene natürlich die Girls, ist doch klar! Weibliche Stimmen verleihen harter Musik nicht nur das besondere Etwas, Frauen in Metal- und Rockbands stehen oft für Female Empowerment ein und werden dafür laut. Diese 10 Frauen haben unserer Meinung nach die aktuelle Szene-Landschaft besonders stark geprägt.

Emily Armstrong (Linkin Park)

Nachdem lange Zeit nicht klar war, wie es mit Linkin Park nach dem Tod von Chester Bennington weitergehen wird, wagte die Band nach sieben Jahren das Comeback - mit ihrer neuen Sängerin Emily Armstrong. Und ganz ehrlich, man hätte kaum eine bessere Wahl treffen können. Nicht nur, dass der Move von weiblichen Vocals die perfekte Lösung ist, ständige Vergleiche mit Chester zu vermeiden, ist Emily Armstrong eine richtig coole Socke. Sowohl die alten LP-Songs als auch die neuen, bei denen sie schon aktiv mitgewirkt hat, verwandelt sie super easy in “ihr” Ding, als hätte sie nie etwas anderes gemacht. Obendrein gilt sie mit ihrem lässigen Stil als wahre Ikone, auch außerhalb der Rock- und Metal-Szene.

Courtney LaPlante (Spritibox)

Eine der prägendsten Ikonen im modernen Metal(core) ist sicherlich Courtney LaPlante. Die Sängerin von Spiritbox und früher von Iwrestledabearonce ist eine absolute Stimmgewalt und wechselt federleicht zwischen energetischen Screams und engelsgleichen Cleans. Hinzu kommen eine klare Haltung, eine absolut starke Bühnenpräsenz und die gewisse Prise Humor. Unvergessen ist der Moment, als sie bei den Grammy Awards 2025 auf dem Roten Teppich fälschlicherweise für Poppy gehalten wurde und einfach mitspielte. Den Moment nutzte sie, um die Bedeutung von Frauen in der Musikszene hervorzuheben. Well played, Courtney, nichts als Liebe dafür!

Hayley Williams (Paramore)

Hayley Williams ist eine DER Stimmen einer ganzen Generation. Mit Paramore hat sie den Emo- und Alternative-Rock der 2000er maßgeblich mitgestaltet und dabei gezeigt, wie viel Energie und Emotion in dieser Musik stecken kann. Songs wie “Misery Business” oder “Decode” sind längst Klassiker und aus keiner Emo-Playlist mehr wegzudenken. Was Hayley dabei so besonders macht, ist ihre Authentizität. Über die Jahre hat sie sich und den Sound von Paramore immer weiterentwickelt: von poppigem Punk über Alternative aus der Anfangszeit bis hin zu experimentelleren Ansätzen in den neueren Platten. Genau diese Offenheit, gepaart mit ihrer starken Bühnenpräsenz und ihrem unverwechselbaren Stil, macht sie bis heute zu einer der wichtigsten Figuren im modernen Rock.

Poppy

Und wenn wir schon beim Thema sind: Auch Poppy ist eine DER Künstlerinnen der Stunde. Die US-Sängerin ist eine wahre Koryphäe in Sachen Genre-Gratwanderung. Mit ihrer kraftvollen Stimme, den unterschiedlichen Sounds in ihrer Musik und ihrem präsenten Auftreten, das sie stets durch wundervolle Outfits unterstreicht, hat sie sich einen Platz ganz oben gesichert. Die Live-Shows von Poppy, die bürgerlich Moriah Rose Pereira heißt, sind sehr abwechslungsreich, wodurch es auf Konzerten nie langweilig wird. Auch in anderen medialen Kontexten wird die Musik der Sängerin oft verwendet, wie beispielsweise in Games und Shows des Wrestling-Universums in den USA.

Alex Reade (Make Them Suffer)

Alex Reade ist nicht die erste Sängerin bei Make Them Suffer, allerdings die erste, die den Songs ihre ganz eigene Note verpasst. Auf dem Selftitled-Album von 2024, welches die erste Platte war, an der sie aktiv mitgewirkt hat, bringt sie als erste weibliche Stimme auch aktiv gutturalen Gesang ein. Zuvor war Fronter Sean Harmanis der alleinige Screamer bei MTS. Das Ergebnis des Zusammenspiels? Ein Sound, der noch kolossaler ist als zuvor. Zuvor war Reade bereits bei Drown This City aktiv und hat daher schon einiges an Erfahrung mitgebracht. Die Weiterentwicklung des MTS-Sounds war mit ihrem Einstieg also quasi vorprogrammiert.

Amy Lee (Evanescence)

Wenn wir über prägende Frauen im Metal sprechen, führt kein Weg an Amy Lee vorbei. Mit Evanescence hat sie Anfang der 2000er einen Sound in den Mainstream gebracht, der so düster und emotional war, dass er sich deutlich vom Rest der damaligen Rocklandschaft abhob. Bereits mit ihrem Debütalbum Fallen (2003) und dem Überhit „Bring Me To Life“ wurde klar: Diese Stimme bleibt. Amy Lee verkörpert durch ihren Gesang im Mezzosopran eine Kombination aus Zerbrechlichkeit und Stärke und gilt bis heute als große Inspiration. Ihre klassische Gesangsausbildung, gepaart mit der Fähigkeit, tiefgehende Emotionen durch Musik greifbar zu machen, hat nicht nur Evanescence geprägt, sondern auch den Weg für viele Female-Fronted Bands im Rock und Metal geebnet.

Tatiana Shmayluk (Jinjer)

Tatiana Shmayluk ist ein absolutes Phänomen. Wer Jinjer zum ersten Mal hört, rechnet oft nicht damit, dass diese brutalen Growls und die gleichzeitig so sauberen Cleans von ein und derselben Person kommen. Die Sängerin der ukrainischen Band verleiht dem Sound, der sich irgendwo zwischen Metalcore, Progressive Metal und Groove Metal befinden, eine unverwechselbare Klangfarbe. Vor allem live entfaltet sich das stimmliche Wechselspiel vollends. Mit ihren Bühnenoutfits hat sich Tati im Übrigen schon als wahre Stilikone gemausert. Ihr Style verleiht ihr einen großen Wiedererkennungswert.

Lzzy Hale (Halestorm)

Würde der Duden mit Visualisierungen arbeiten, würde man unter dem Wort “Energiebündel” ganz sicher ein Bild von Lzzy Hale finden. Als Frontfrau und Quasi-Namensgeberin von Halestorm (zusammen mit ihrem Bruder Arejay Hale gründete sie die Formation 1997) bringt sie eine Energie auf die Bühne, die ihresgleichen sucht. Ihre Stimme kann dreckig, gefühlvoll und hymnisch zugleich sein, was den Sound der US-Band extrem vielseitig macht. Was sie ebenfalls besonders auszeichnet, ist ihre Präsenz, auch abseits der Bühne: Lzzy Hale steht für Female Empowerment und zeigt, wie man sich in einer nach wie vor oft männerdominierten Szene durchsetzen kann. 

Emma Boster (Dying Wish)

Roher Metalcore gefällig? Dann sind Dying Wish vielleicht etwas für dich. Die fünfköpfige Kombo wird von Sängerin Emma Boster angeführt. Mit ihren Vocals verleiht sie dem roughen Sound der Band das besondere Etwas. Die Musikerin gehört zur Gründungsformation von Dying Wish und hat die Musik somit von Anfang an mitgeprägt. Bei den Konzerten der Truppe bringt Boster eine starke Präsenz auf die Bühne, die alle Augen auf sie zieht. Und so ganz nebenbei schwingt sie ihre Fahne noch für Veganismus und Tierschutz. Wundervolle Kombi, oder?

Charlie Rolfe (As Everything Unfolds)

As Everything Unfolds gelten als eine der aufstrebendsten Bands der britischen Rockszene. Am Mikrofon der Post-Hardcore-Kombo steht Charlie Rolfe. Ihre Stimme bewegt sich mühelos zwischen sanften, fast schon zerbrechlichen Momenten und kraftvollen Ausbrüchen, was den Songs von AEU eine besondere Dynamik verleiht. Ihren Stil passt die Sängerin immer der Ästhetik aus einem aktuellen Albumzyklus an, was die Auftritte der Truppe hervorragend abrundet. Sie ist außerdem als Fotografin tätig und beispielsweise auch für viele Visuals ihrer Band verantwortlich. Stark!

Julia
Geschrieben von

Julia

Hey, ich bin Julia und schon lange redaktionell in der Szene tätig. "It was never just a phase, mom" - von Metalcore über Emo bis hin zu Nu Metal liebe und lebe ich seit meiner Jugend alles, womit ich meine Emotionen in jeder Lebenslage gut herausschreien kann. Wenn ich die Musik gerade nicht höre, halte ich mich mit News und Trends aus der Szene up to date. Man trifft mich außerdem oft auf Konzerten und Festivals oder mit meinem Hund bei ausgedehnten Gassigängen im Feld.