Bild: The Amity Affliction Live [Bryan Reinsch, @iknowimlatesorry]
Vor ziemlich genau einem Jahr waren The Amity Affliction im Vorprogramm von Parkway Drive hierzulande live zu sehen. Es war dato die erste Tour auf dem europäischen Kontinent ohne Ahren Stringer, der Anfang 2025 aus der Band entlassen wurde. Ein neues Bandmitglied wurde als Nachfolge nicht gesucht, stattdessen übernahmen die drei verbliebenen Member Joel Birch, Jonathan Reeves und Dan Brown die Vocal Duties. Im Sommer verließ auch noch der langjährige Drummer Joe Longobardi die Formation, doch auch hiervon ließen sich die Australier nicht unterkriegen. Jetzt kehrt die Band für eine eigene Headliner-Tour zurück und hatte dabei ordentlich Verstärkung im Gepäck. Mit Silent Planet, Varials und Orthodox bietet das Line-up ein Vorprogramm, das sich gewaschen hat. Das Spektakel wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und haben den ersten Tourstopp in Wiesbaden besucht.
Orthodox & Varials
Schon seit 15 Jahren macht die US-amerikanische (Nu) Metalcore-Kombo Orthodox die Szene unsicher. Wer die Musik kennt, weiß, dass hier nicht lange gefackelt wird, sondern es direkt auf die Zwölf gibt. Trotz des frühen Beginns um 18 Uhr am Freitagabend war der Schlachthof schon gut gefüllt. Eine halbe Stunde Liveset gab die Kombo zum Besten, bevor es dann kurz später schon mit dem zweiten Act des Abends weiterging.
Varials hatten ähnlich viel Bock wie Orthodox. Wer die Band schon mal live gesehen hat, der weiß, dass man aus dem Pit gerne mal nass geschwitzt herauskommt. Und mit ebendiesem Vibe ging es dann auch in das Set im Wiesbadener Schlachthof. Trotz ein paar Sound-Schwierigkeiten konnten auch Varials überzeugen. Sicherlich haben beide Opener des Abends den ein oder anderen Fan dazugewonnen und diejenigen, die es schon waren, einmal mehr von sich überzeugt.
Silent Planet
Mit Silent Planet bietet die Tour einen Special Guest, der musikalisch in jedem Fall sehr gut zum Main Act passt. Die kalifornische Metalcore-Band ist schon seit 2009 im Geschäft, musste allerdings ein paar Besetzungswechsel einstecken. Aus dem Gründungs-Line-up ist nur noch Sänger Garrett Russell geblieben, der der Bezeichnung “Frontmann” in jedem Fall gerecht wird. Vier Studioalben kann die Kombo aktuell ihr Eigen nennen, zuletzt erschien 2023 die Scheibe Superbloom; 2025 folgte die Split-EP Bloom In Heaven mit Invent Animate. Bei der Tour mit The Amity Affliction gibt’s ein 45-minütiges Set auf die Ohren, das einen guten Mix aus allen bisherigen Releases bietet. Dabei untermalte die Band ihren Auftritt mit einer starken Lichtshow, subtilem Crowdwork und voller Motivation. Das Publikum merkte das und folgte. Abgesehen davon, dass die Truppe bereits einige Fans mitgebracht hatte, konnten sie auch die “Newbies” in ihrer Community von sich überzeugen. Wir freuen uns auf die nächste eigene Tour.





The Amity Affliction
Der Headliner des Abends machte sich sehr pünktlich auf die Socken und eröffnete bereits vor 21 Uhr sein Set. Hervorragend, die Besucher, die nicht mehr in den 20ern steckten, freuten sich. Und davon waren es doch einige (inklusive der Redakteurin dieses Berichts), leben TAA auch noch viel von ihren ersten Alben. Schnell wurde klar, dass der Wegfall ihres langjährigen Kollegen Ahren Stringer der Qualität keinen Abbruch tut, ganz im Gegenteil. Die Band wirkt eingespielt und ausgeglichen. Die Live-Rutsche durch Europa dient vor allem der Promo ihres neuen Albums House Of Cards, das im Frühjahr dieses Jahres das Licht der Welt erblickte. Doch neben den neuen Tracks packte die Band aus Down Under natürlich auch einige Klassiker aus.
Eröffnet wurde das Set beispielsweise mit “Pittsburgh”, einem Song aus dem 2014er Hitalbum Let The Ocean Take Me. Bis heute einer der Fan Favorites, hätte sich die Band keinen besseren Opener aussuchen können. Auch “Drag The Lake” von 2018 als zweiter Song war weise gewählt, denn so war das Publikum in bester Stimmung.





Knapp eineinhalb Stunden gaben The Amity Affliction Tracks aus ihren nunmehr neun Studioalben zum Besten und boten eine wirklich großartige Mischung aus alten wie neuen Stücken. Selbstredend, dass die Klassiker am besten funktionieren, doch auch die Stücke von House Of Cards wurden vom fast ausverkauften Schlachthof lauthals mitgesungen.
Mit “Soak Me In Bleach” gab’s zum Schluss noch mal einen Hit zu hören und das Publikum wurde in die Nacht entlassen. Allen Besuchern der noch anstehenden Konzerte wünschen wir genauso viel Spaß wie uns! Und wer sich noch passend kleiden will, findet hier die Kollektion von Band Merch!



