Bild: Volbeat [Brittany Bowman, Offizielles Pressebild]
Wenn Volbeat die Bühne betreten, ist eines meistens ziemlich sicher: Es wird laut, es wird voll und es wird mitgesungen. Lautstark und textsicher! Dieses Jahr werden wir das u.a. bei Rock am Ring und Rock im Park, beim Nova Rock Festival oder beim Graspop Metal Meeting erleben dürfen, denn überall da sind die Dänen als Headliner mit dabei. Dass sie heute zu den beliebtesten Festivalbands Europas gehören, wirkt mittlerweile fast selbstverständlich. Dabei klang ihre Idee anfangs eher wie ein musikalisches Experiment, an das erst mal keiner so richtig geglaubt hat.
Volbeat machen das (fast) Unmögliche möglich
Gegründet wurde die Band 2001 in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen von Frontmann Michael Poulsen, nachdem sich dessen vorherige Death Metal-Band Dominus auflöste, weil er selbst schlicht und ergreifend keine Lust mehr auf die Death Metal-Szene hatte, wie er sagt. Statt also einfach die nächste Extreme Metal-Kombo zu gründen, schlug Poulsen einen völlig anderen Weg ein: Heavy Metal meets Rock ’n’ Roll treffen, Rockabilly, Elvis-Vibes und Johnny Cash-Atmosphäre. Harte Gitarren kombiniert mit swingenden Rhythmen und dieser markanten Stimme, die eher an amerikanischen Vintage-Rock erinnert als an klassischen Metal. Eine Mischung, die auf dem Papier erst mal kaum zusammenpasst und doch gerade deshalb so gut funktioniert.
Denn Volbeat schaffen etwas, woran viele Crossover-Bands scheitern: Die unterschiedlichen Einflüsse wirken nie gewollt oder künstlich zusammengebaut, sondern es entsteht ein Sound, der massentauglich wie eigenständig zugleich wirkt. Die Musik klingt wie aus einem Guss. Dabei bekommen Metal-Fans ihre Härte, Rockfans ihre großen Hooks und selbst Hörer:innen, die mit extremer Gitarrenmusik sonst wenig anfangen können, finden oft einen Zugang zu den Songs.
Und während viele andere Acts dieser Größenordnung und mit Headliner-Status gerne mal einem Genre zugeordnet werden, funktionieren Volbeat mühelos fast überall und auf Metal-Festivals genauso wie auf klassischen Rock-Events.
Live ein Erfolgsgarant
Auf den großen Bühnen entfaltet die Bands dann noch mal ihre ganz eigene Wirkung. Ihre Songs sind wie gemacht für Festivals: Große Singalongs für die Goldkehlchen unter uns, treibende Grooves zum Kopfnicken und somit genau die richtige Mischung aus Härte und Mitsing-Momenten. Eine große Inszenierung bleibt aus, denn es gibt keine riesigen Kunstfiguren, kein kompliziertes Storytelling, keine XXL-Produktion, die sich in ein immersives Erlebnis verwandelt, ganz im Gegenteil. Im Mittelpunkt stehen die Musik, die Energie und natürlich auch die Musiker selbst. Eine Bodenständigkeit, die Nahbarkeit bei den Fans erzeugt und daher gut aufgeht.
Hinzu kommt Michael Poulsens Bühnenpräsenz. Der Sänger schafft es, sich gekonnt zwischen Rock’n’Roll-Attitüde und Metalhead zu bewegen. Letzteres kommt aufgrund seiner musikalischen Vergangenheit natürlich nicht von ungefähr. So ganz hat Poulsen dem Death Metal übrigens nicht abgeschworen, auch wenn er 2000 erstmal genug hatte. 2023 gründete er sein Side Project Asinhell, das inzwischen ebenfalls sehr erfolgreich unterwegs ist und im Gründungsjahr auch schon ihr erstes Studioalbum veröffentlichte. Es soll ja nicht langweilig werden!
Doch zurück zu Volbeat: Die Live-Shows zeugen durch und durch von einem Spannungsfeld. Die Band sieht aus wie eine Rockabilly-Gang, klingt aber schwer genug für die größten Metal-Bühnen Europas. Eine Mischung, die dafür sorgt, dass ihre Liveshows generationenübergreifend funktionieren und sich somit perfekt für die Festivalsaison eignen.
Aus den kleinen Clubs auf die ganz großen Bühnen
Es ist eine Erfolgsgeschichte, die ihresgleichen sucht. Kleine Clubs wurden zu Hallen, Hallen zu Arena-Shows und schließlich zu Headliner-Slots auf den größten Festivals Europas. Heute stehen Volbeat ganz oben auf den Line-ups der größten Festivals weltweit und wirken dort trotzdem noch wie die Band von nebenan. Vielleicht liegt genau darin ihr Erfolgsgeheimnis: Sie haben einen Stil geschaffen, der eigentlich unmöglich wirken müsste, aber genau deshalb so besonders geworden ist.