Wer dachte, Nu Metal sei in den frühen 2000ern begraben worden, hat die Rechnung ohne die moderne Metalcore- und Deathcore-Szene gemacht. Seit einigen Jahren fusionieren junge Musiker den unverkennbaren Groove und die Rap-Einflüsse von damals mit den mörderischen Breakdowns von heute. Das Ergebnis nennt sich Nu Core – ein massiver akustischer Rundumschlag, der die Musikwelt im Sturm erobert hat - mal ganz abgesehen vom aktuellen Re-Hype des Nu Metals à la Limp Bizkit.
Was genau ist eigentlich Nu Core?
Im Grunde ist Nu Core ein Übergriff für die Reinkarnation des Nu Metal im modernen Core-Gewand. Wie so oft der Fall bei Crossover & Subgenres, gibt’s hier eine fließende Grenze. Das Genre bricht die “Regeln” des traditionellen Metalcore auf und bedient sich im Stil-Baukasten von Pionieren wie Korn, Slipknot und Linkin Park.
Die Hauptmerkmale des Nu Core können zum Beispiel sein:
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Der "Bounce": Rhythmen, die die Crowd zum Springen statt nur zum Headbangen bringen
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Elektronische Elemente: Industrial-Synths und Hip-Hop-Beats
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Vokale Vielfalt: Schneller Sprechgesang, verstörendes Flüstern und Screams wechseln sich ab
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Texte mit psychologischem Tiefgang: Oft stehen persönliche Themen, mentale Gesundheit und rohe Wut im Fokus
Nu Metalcore im Fokus
Wenn man im Netz nach dem Sound sucht, ist Nu Metalcore mit Abstand am präsentesten. Los ging es mit dieser Welle in den 2010er-Jahren, als Bands begannen, den klassischen Metalcore-Sound progressiv aufzubrechen.
In einer Community-Runde auf Reddit (r/Metalcore) beschreiben Fans das Genre perfekt:
„Es ist im Grunde Metalcore mit Nu-Metal-Einflüssen, aber da es viele verschiedene Elemente des neuen Metals gibt, kann es schwierig sein, einen bestimmten Sound für Nu-Metalcore genau zu bestimmen.
Einige Bands kombinieren zum Beispiel Metalcore mit Rap-Elementen [...],
andere lassen sich von diesen typischen Nu-Metal-Groove-Riffs und dem allgemeinen Gitarrensound inspirieren [...]
und einige verwenden einfach diese seltsame Art des Gesangs, für die Korns Jonathan Davis berühmt ist [...].”
Als Beispiele werden Acts wie Dropout Kings, ten56., Northlane und weitere genannt.
Wegweisende Bands & Alben des Nu Metalcore:
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Bring Me The Horizon – Sempiternal (2013): Dieses Album kann als einer der akustischen Startschüsse der Szene angesehen werden. Oli Sykes und Co. bewiesen hier erstmals, wie Elektronik, hymnische Hooks und wütender Metalcore harmonieren können.
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Alpha Wolf – A Quiet Place to Die (2020): Die Australier nutzen die typischen "Whammy-Pedal"-Gitarreneffekte von Korn und kombinieren sie mit den härtesten Breakdowns, die man sich vorstellen kann.
Eine Stufe härter: Nu Deathcore/Nu Dethcore
Gleiches Spiel; hier fließen die Nu-Metal-Einflüsse direkt in den Deathcore.
Bereits 2011 bezog sich die Szene-Presse auf den aufkommenden Trend, bei dem Bands Deathcore mit typischen Nu-Metal-Elementen paarten. Was damals vielleicht noch belächelt wurde, ist heute ein selbstverständlicher Trend.
Wegweisende Bands & Alben des Nu Deathcore:
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Suicide Silence – The Black Crown (2011): Ein absoluter Meilenstein aus der Mitch Lucker-Ära. Vor allem Songs wie „OCD“ erinnern an Bands wie Korn.
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Paleface Swiss – Fear & Dagger (2022) & Cursed (2025): Die Schweizer sind aktuell das absolute Maß der Dinge. Sie mischen den brutalen Sound des Deathcore mit einer manischen, für viele auch an Slipknot erinnernden, Aggression und rasanten Sprechgesang-Screams von Zelli.
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thrown – EXCESSIVE GUILT (2024): Die schwedischen Newcomer verzichten auf lange Intros und ballern dem Hörer ultrakurze, extrem reduzierte Tracks um die Ohren.
Warum der Hype?
Der Konsens der Szene zeigt, warum das Genre so floriert: Traditioneller Metalcore wurde irgendwann zu vorhersehbar. Nu Core brach mit den Erwartungen - und ohnehin werden experimentierfreudige Bands häufig für ihre Wagnisse belohnt; sie bringen neue Hörerlebnisse, Groove und Unberechenbarkeit zurück in die extreme Musik.
Egal, ob du die Bezeichnungen Nu Metalcore, Nu Deathcore oder eben einfach Nu Core überhaupt nutzt - dieser Sound verbindet die Nostalgie der Jahrtausendwende mit modernen Produktionen der Gegenwart.
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