Bild: Korn [Tim Saccenti]
Ende der 90er und Anfang der 2000er dominierten Bands mit oversized Hoodies und Basecaps die weltweiten Musikcharts und prägten eine ganze Generation. Nachdem es zwischenzeitlich etwas ruhiger um den Sound wurde, erlebt das Genre aktuell einen massiven Aufschwung. Wir werfen einen Blick auf die ultimativen Pioniere der Szene, betrachten Legenden, die sich weiterentwickelt haben, und checken den Nachwuchs aus dem Crossover-Bereich. Diese 10 Nu Metal-Bands solltest du auf jeden Fall auf dem Schirm haben!
1. Korn
Die unangefochtenen Urväter des Genres. Als Korn 1994 ihr selbstbetiteltes Debütalbum veröffentlichten, legten sie im Alleingang den Grundstein für den Nu Metal. Mit den tiefgestimmten 7-Saiter-Gitarren von Munky und Head, dem unverkennbaren Slap-Bass von Fieldy und den zutiefst emotionalen, oft düsteren Texten von Fronter Jonathan Davis schufen sie einen völlig neuen, verstörenden Sound. Korn brachten ihren Sound ins Radio und sind bis heute eine der einflussreichsten Metal-Bands der Welt.
2. Slipknot
Brutal, chaotisch und absolut wegweisend: Slipknot hoben den Nu Metal Ende der 90er auf ein völlig neues Aggressionslevel. Mit neun maskierten Mitgliedern, zusätzlichem Percussion-Wahnsinn und messerscharfen DJ-Scratches überrollte die Truppe aus Iowa die Musikwelt. Alben wie das selbstbetitelte Debüt (1999) und Iowa (2001) sind absolute Meilensteine des harten Sounds. Auch wenn sich ihr Stil über die Jahre in melodischere Richtungen öffnete, bleibt die ungefilterte Wucht ihrer frühen Nu Metal-Tage unerreicht.
3. Linkin Park
Wenn es eine Band geschafft hat, Nu Metal im weltweiten Mainstream unsterblich zu machen, dann Linkin Park. Ihr Debüt Hybrid Theory (2000) und der Nachfolger Meteora (2003) gehören zu den erfolgreichsten und prägendsten Alben des Jahrtausends. Das Zusammenspiel aus den präzisen Rap-Parts von Mike Shinoda, den emotionalen Screams von Chester Bennington und den elektronischen Beats von DJ Joe Hahn definierte den Sound einer Generation. In späteren Jahren schlug die Band deutlich experimentellere Rock- und Pop-Pfade ein, doch ihre frühen Meilensteine bleiben die ultimativen Hymnen des Genres.
4. Limp Bizkit
Niemand verkörpert die Party- und Crossover-Attitüde des Genres so perfekt wie Limp Bizkit. Angeführt von Rampensau Fred Durst mit seiner legendären roten Basecap und getragen von den genialen Riffs des Gitarren-Chamäleons Wes Borland, lieferte die Band Hit auf Hit. Tracks wie „Break Stuff“, „Rollin'“ oder „My Generation“ sind bis heute die ultimativen Abriss-Garanten auf jedem Festival weltweit. Limp Bizkit brachten den Hip-Hop-Groove in den Moshpit wie keine zweite Band.
5. System of a Down
Hier müssen wir stilistisch etwas genauer hinschauen: System Of A Down als reinen Nu Metal abzustempeln, würde ihrer musikalischen Einzigartigkeit wohl kaum gerecht werden. Die Kombo um Frontmann Serj Tankian und Gitarrist Daron Malakian mischt Alternative Metal mit armenischen Folkloretönen, avantgardistischen Tempowechseln und progressiven Elementen. Und trotzdem: Da sie zur Jahrtausendwende im Zuge der großen Nu Metal-Welle ihren weltweiten Durchbruch feierten, ist ihr Name untrennbar mit dieser Ära verbunden. Mit ihren politisch geladenen Texten und den unvergesslichen Rhythmen auf Meisterwerken wie Toxicity (2001) haben sie sich fest in die DNA der alternativen Musikszene eingebrannt.
6. Deftones
Die Deftones gelten als die Denker und Ästheten der Bewegung. Ihre frühen Meisterwerke Adrenaline (1995) und Around the Fur (1997) waren roher, ungeschliffener Nu Metal – geprägt von harten Riffs und Chino Morenos unverkennbarem Wechsel aus Flüstern und Screams. Doch die Band entwickelte sich blitzschnell weiter: Schon mit White Pony (2000) sprengten sie die Genregrenzen komplett und kombinierten ihre harte Basis mit atmosphärischen Shoegaze- und Post-Punk-Elementen. Auch wenn sie dem klassischen Nu Metal früh entwachsen sind, bleibt ihr Einfluss auf die moderne Szene gigantisch.
7. Papa Roach
„Cut my life into pieces, this is my last resort!“ – Diese Zeile kann wahrscheinlich jeder Musikfan im Schlaf mitsingen. Mit ihrem Major-Debüt Infest (2000) katapultierten sich Papa Roach mitten in die Speerspitze der Bewegung. Sänger Jacoby Shaddix kombinierte damals perfekt schnellen Sprechgesang mit extrem eingängigen Melodien. Über die Jahre entwickelten sich die Kalifornier zwar eher in Richtung Alternative und Arena-Rock, doch live sorgen ihre alten Nu Metal-Banger nach wie vor für absolute Ekstase.
8. Bring Me The Horizon
Der perfekte Brückenschlag in die Moderne: Bring Me The Horizon haben sich im Laufe ihrer Karriere vom Deathcore-Underground zu den absoluten Innovationsführern der weltweiten Rockszene entwickelt. Spätestens mit Sempiternal haben Oli Sykes und Co. dem Nu Metal ein glänzendes, modernes Gewand verpasst. Ihre Tracks fusionieren auch heute massive Gitarrenwände mit hypermodernen elektronischen Beats, Pop-Hooks und Cyberpunk-Vibes – ein Sound, der im Crossover-Subgenre „Nu Core“ verortet wird und zeigt, wie frisch das Genre klingt.
9. Loathe
Wer den atmosphärischen und gleichzeitig tonnenschweren Vibe von Deftones liebt, kommt an Loathe absolut nicht vorbei. Die Kombo aus Liverpool gilt als eines der spannendsten und visionärsten Aushängeschilder des modernen Alternative Metal und Nu Core. Mit ihrem Meisterwerk I Let It In and It Took Everything (2020) haben sie die Szene komplett auf den Kopf gestellt und meistern den Spagat zwischen verträumten Shoegaze-Melodien und Breakdowns. Dass sogar Deftones-Fronter Chino Moreno höchstpersönlich zu ihren Fans gehört, kommt nicht von ungefähr.
10. thrown
Wenn wir über die heißesten Trends im modernen Crossover sprechen, führt kein Weg an thrown vorbei. Die schwedische Kombo hat sich in Rekordzeit zu einem absoluten Phänomen entwickelt. Ihr Sound ist die moderne Definition von Nu Core: ultrakurze, extrem aggressive Tracks, brutale Vocals und ein unfassbar fetter Groove, der von Rhythmen und Riffs des klassischen Nu Metal inspiriert ist. Ein absoluter Pflicht-Check für jeden, der die moderne, kompromisslose Evolution des Genres spüren will.
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