Image: System Of A Down [Clemente Ruiz, Official Press Photo]
System Of A Down gehören zu den Bands, die man eigentlich niemandem mehr vorstellen muss. Seit ihrer Gründung Mitte der 1990er haben Serj Tankian, Daron Malakian, Shavo Odadjian und John Dolmayan einen Sound geschaffen, der bis heute einzigartig ist. Alternative Metal, Nu Metal, Progressive Rock, armenische Folklore, Punk, politische Statements: Bei SOAD gehört das alles zusammen und macht die Band genau zu dem, was sie heute ist. Ikonisch.
Besonders beeindruckend: Obwohl die Kombo lediglich fünf Studioalben veröffentlicht hat, gelten praktisch alle davon als Meilensteine der alternativen Musik. Seit den beiden Schwesteralben Mezmerize und Hypnotize aus dem Jahr 2005 wartet die Fangemeinde zwar vergeblich auf einen neuen Longplayer, doch der Kultstatus der Kalifornier ist ungebrochen.
Schon bald geht es für die Truppe hierzulande auf Tour. Grund genug, die Diskografie einmal genauer unter die Lupe zu nehmen und alle fünf Studioalben in ein Ranking zu bringen. Vorweg: Schlecht ist hier keines. Und die wichtigste Frage: Bist du bei einem der Konzerte dabei?!
5. Hypnotize (2005)
Das “Schlusslicht”, wenn man es überhaupt so nennen kann, bildet in unserem Ranking Hypnotize. Und das liegt weniger daran, dass die Platte schwach wäre, sondern vielmehr daran, dass die Konkurrenz innerhalb der eigenen Diskografie absurd stark ist.
Hypnotize erschien nur wenige Monate nach Mezmerize und wurde gemeinsam mit seinem Vorgänger aufgenommen. Viele Fans betrachten beide Alben deshalb als ein großes Gesamtwerk. Songs wie “Hypnotize”, “Holy Mountains” oder “Vicinity Of Obscenity” zeigen die experimentelle Seite der Band besonders deutlich.
Spannend ist vor allem “Holy Mountains”, das sich mit dem Völkermord an den Armeniern beschäftigt, einem Thema, das für die Band aufgrund ihrer familiären Wurzeln seit jeher eine große Rolle spielt. Insgesamt wirkt Hypnotize etwas nachdenklicher und weniger direkt als sein Vorgänger, was die Platte interessant, aber auch etwas weniger zugänglich macht.
4. Steal This Album! (2002)
Steal This Album! ist wahrscheinlich das unterschätzteste Werk von System Of A Down. Der Titel ist dabei durchaus wörtlich zu verstehen. Nachdem zahlreiche Demos aus den Toxicity-Sessions illegal im Internet kursierten, entschied sich die Band kurzerhand dazu, die Songs fertigzustellen und offiziell zu veröffentlichen. Der Albumtitel spielt dabei auf das Buch "Steal This Book" des US-Aktivisten Abbie Hoffman an.
Musikalisch bewegt sich die Platte irgendwo zwischen Toxicity und den späteren Experimenten von Mezmerize und Hypnotize. Tracks wie “Innervision”, “A.D.D.” oder “Mr. Jack” zeigen die enorme Bandbreite von SOAD.
Während das Album oft etwas im Schatten seiner berühmteren Geschwister steht, finden sich hier einige der kreativsten Songideen der gesamten Bandgeschichte.
3. Mezmerize (2005)
Mit Mezmerize begann 2005 die letzte große Studioalbum-Ära von System Of A Down.
Die Platte markierte gleichzeitig einen Wandel innerhalb der Band. Gitarrist Daron Malakian übernahm deutlich mehr Gesangsparts als zuvor und prägte den Sound der Songs maßgeblich mit. Das führte zunächst zu Diskussionen innerhalb der Fangemeinde, verlieh der Musik aber gleichzeitig eine neue Dynamik.
Der größte Hit des Albums ist natürlich “B.Y.O.B.”, das der Band einen Grammy einbrachte. Doch auch Songs wie “Question!” oder “Lost In Hollywood” gehören bis heute zu den beliebtesten Tracks der Kalifornier. Besonders beeindruckend ist die Fähigkeit der Band, innerhalb weniger Sekunden zwischen Chaos, Melodie, Punkrock und progressiven Arrangements zu wechseln. Das macht Mezmerize bis heute zu einem faszinierenden Album.
2. System Of A Down (1998)
Das Debütalbum war der Moment, in dem die Musikwelt erstmals verstand, dass hier etwas völlig Neues und musikalisch durchaus Verrücktes entsteht.
System Of A Down klingt auch fast drei Jahrzehnte später noch ungewöhnlich. Die Mischung aus aggressiven Riffs, schrägen Songstrukturen, politischen Botschaften und armenischen Einflüssen war Ende der 1990er praktisch konkurrenzlos. Songs wie “Sugar”, “Spiders” oder “Suite-Pee” etablierten die Band schnell als eine der spannendsten Stimmen des aufkommenden Alternative- und Nu Metal-Booms.
Produziert wurde die Platte von Rick Rubin, der das Potenzial der Band früh erkannte und ihnen half, ihren chaotischen Sound in die richtige Richtung zu lenken. Gleichzeitig klingt das Album bis heute angenehm roh und ungeschliffen, was einen großen Teil seines Charmes ausmacht. Ohne dieses Debüt gäbe es viele spätere Entwicklungen im Alternative Metal vermutlich nicht in derselben Form.
1. Toxicity (2001)
War die Nummer eins jemals eine Frage?
Toxicity gilt nicht nur als das beste Album von System Of A Down, sondern als eines der wichtigsten Rock- und Metal-Alben der 2000er. Die Platte erschien am 4. September 2001 und damit exakt eine Woche vor den Anschlägen vom 11. September. Durch die gesellschaftlichen Umstände erhielten viele der politischen Texte im Nachhinein eine zusätzliche Bedeutungsebene.
Mit Songs wie “Chop Suey!”, “Toxicity”, “Aerials”, “Prison Song” oder “Deer Dance” reiht sich Hit an Hit. Gleichzeitig wirkt das Album trotz seines kommerziellen Erfolgs nie glattgebügelt oder berechnend.
Toxicity schaffte etwas, das nur wenige Metal-Alben schaffen: Es brachte extreme Musik in den Mainstream, ohne ihre Eigenheiten aufzugeben. Die Platte stieg damals auf Platz eins der US-Charts ein und verkaufte sich weltweit mehrere Millionen Mal.
Bis heute dient die Platte für unzählige Bands als Referenz dafür, wie man technische Verspieltheit, politische Relevanz, musikalischen Wahnsinn und große Hooks miteinander verbinden kann.
Fünf Studioalben. Mehr brauchte System Of A Down nicht, um sich einen Platz in der Rock- und Metal-Geschichte zu sichern. Vom chaotischen Debüt über den gigantischen Erfolg von Toxicity bis hin zu den experimentellen Schwesteralben Mezmerize und Hypnotize hat die Band eine Diskografie geschaffen, die bis heute ihresgleichen sucht.
Und vielleicht macht genau das ihren Mythos aus: Während viele Bands über Jahrzehnte hinweg versuchen, ihren Sound neu zu erfinden, haben System Of A Down in nur fünf Alben ein musikalisches Vermächtnis geschaffen, das auch mehr als 20 Jahre später noch erstaunlich frisch klingt. Wir freuen uns, die Songs der Longplayer schon nächsten Monat endlich mal wieder live zu erleben!
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