Bild: Chris Motionless on X, June 2018
Juni ist Pride Month: Dieser Monat steht für queere Sichtbarkeit und das Zelebrieren der LGBTQIA+-Community, aber auch für politisches Engagement für Gleichberechtigung, Aufklärung und vieles mehr. Wir möchten uns auch dieses Jahr einigen Artists der Metal- & Alternative-Szene widmen, die mit ihrer Musik und ihrer Einstellung als Allies stark machen oder selbst in der queeren Szene verankert sind. Das ist deine Chance, deine Playlist sowohl für den CSD als auch für das gesamte Jahr zu aktualisieren.
1. Beartooth - Free
Ganz frisch geoutet: Beartooth-Sänger Caleb Shomo hat sich erst letzten Monat öffentlich als schwul geoutet. Nachdem es um die neue Single der Band - “Free” - und das zugehörige Musikvideo eine Menge positive wie auch homophobe Kommentare hagelte, hat der Sänger ein offizielles Statement auf Social Media geteilt. Der Song kann seither noch einmal mit neuen Augen betrachtet werden und ist basically zu einer Hymne geworden - für die gewonnene Freiheit durch innere Klarheit, Selbstakzeptanz und Auslebung des wahren Selbst.
2. Motionless In White - Voices
Den Song nennen wir nicht zum ersten Mal: Motionless In White haben sowohl in ihrem Musikvideo zu “Voices” als auch häufig schon live auf der Bühne ein Statement in Farben der Regenbogenflagge gesetzt. Außerdem wünschte Sänger Chris Motionless wiederholt einen “Happy pride month!”.
3. Silent Planet - Visible Unseen
Silent Planet sind eine christliche Metalcore-Band, deren Sänger Garret Russel schon vor fast einem Jahrzehnt in einem Video über Homosexualität gesprochen hat und auch darauf hinwies, dass Menschen nicht aus reiner Interpretation einer Bibelzeile abgelehnt werden sollten. Auch gegenüber dem Umgang mit dem Thema in der Kirche zeigte er sich kritisch:
"Als Christen sollten wir marginalisierte Menschen beschützen, unabhängig davon, wie wir die Bibel interpretieren."
In ihrem Song “Visible Unseen” widmet sich die Band dem Thema obdachloser LGBTQ-Jugend in Amerika:
„‚Visible Unseen‘ handelt von der Epidemie obdachloser LGBTQ-Jugendlicher – ein statistisch messbares Phänomen, bei dem eine unverhältnismäßig große Anzahl von LGBT-Jugendlichen in Amerika obdachlos ist“
„Der Song wurde von herzzerreißenden Gesprächen inspiriert, die ich bei Shows geführt habe, als ich den Schmerz von Jugendlichen hörte, die von ihren Familien im Stich gelassen und von ihren Communities gemieden wurden – einfach, weil sie nicht in ein traditionelles Muster von Sexualität passen. Ich nenne diese Jugendlichen die ‚Visible Unseen‘, weil dies ein Phänomen ist, das direkt um uns herum passiert, aber oft übersehen wird.“
„Das ist also eine Hymne für sie und eine Herausforderung für uns, eine oft isolierte, hilfsbedürftige Gruppe junger Menschen in unserer Gesellschaft wahrzunehmen und anzuerkennen.“
4. Halestorm - Do Not Disturb
Sängerin Lzzy Hale hat bereits eigene Erfahrungen in Halestorm-Songs verpackt und versteckt sich dabei auch nicht. Das war beispielsweise in “Do Not Disturb” der Fall, noch bevor sie sich einige Jahre später als bisexuell outete:
„Es basiert auf einer wahren Geschichte. Ich hatte vor ein paar Jahren viel Spaß mit einem Mann und einer Frau – auf einer großartigen Tour im Ausland.“
5. Yungblud - The Greatest Parade
Schon seit Beginn seiner Karriere hat Yungblud ein großes Following aus der queeren Community, eben weil er sowohl in Songs als auch in Interviews bestärkende Messages vermittelt und offen darüber spricht, wie er seine eigene Sexualität erkundet hat und sich selbst als pansexuell identifiziert. Auch sein Festival, das Bludfest, sollte von Anfang an ein absoluter Safe Space für die Community sein.
"Ich habe schon immer einfach Menschen geliebt."
6. Scene Queen - Pink Hotel
Scene Queen, bzw. Hannah Collins, liefert einen wilden Genre-Mix, den sie selbst “Bimbocore” getauft hat. Als offen bisexuell thematisiert sie auch entsprechende Themen in ihren Lyrics, oft mit einer guten Portion Humor dabei:
„Gays with ADHD, listen to me – I am your scene queen!”
7. PVRIS - Goddess
Sängerin Lynn Gunn von Pvris nutzt ihre Plattform als Artist ebenfalls, um Konzerte als Safe Spaces zu gestalten und als queeres Role Model für die Community zu gelten. Da gehört eigentlich jeder Song in die Playlist.
9. NOAHFINNCE - Scumbag
Bei NOAHFINNCE, bekannt auch bereits über seinen gleichnamigen YouTube-Channel, spricht online über Trans-Thematiken und war bereits mit Enter Shikari auf Tour unterwegs. Sein Debütalbum GROWING UP ON THE INTERNET ist Ende 2024 erschienen - darauf auch der Song “Scumbag”, den wir einfach mal für sich sprechen lassen.
10. Greta Van Fleet - Play Your Games
2023 hat sich Greta Van Fleet-Sänger Josh Kiszka öffentlich zu seiner queeren Beziehung bekannt und darüber hinaus über gefährdete Rechte für Personen aus der queeren Community in den USA, speziell Tennessee berichtet.
Hier ihre neueste Single:
11. SeeYouSpaceCowboy - Lubricant Like Kerosene
Die nach dem Anime Cowboy Bebop benannte Band SeeYouSpaceCowboy machen Melodic Hardcore und vermitteln unter anderem starke Messages zur LGBTQ-Repräsentation. Unter anderem gab es bereits Merch mit der Aufschrift “Don’t just protect trans kids, fight their oppressors.”
12. Meet Me At The Altar - Say It (To My Face)
Das Duo (ehemals Trio) von Meet Me At The Altar liefert modernen Pop Punk mit klarer Unterstützung für die LGBTQIA+-Community. Nicht außer Acht zu lassen ist allerdings auch ihre Repräsentation von Frauen sowie Women Of Color in der Alternative-Szene. Téa Campbell äußerte sich vor ihrem Austritt aus der Band folgendermaßen:
„Aber hoffentlich werden unsere Bands so viele andere People of Color, Women of Color und Frauen im Allgemeinen dazu inspirieren, ihre eigene Band zu gründen [und] sich einen Platz zu schaffen, so wie wir beide es getan haben.“