Of Mice & Men - Another Miracle Album Cover

Of Mice & Men: “Another Miracle” Album Review

Of Mice & Men kehren mit ihrem neuen Album “Another Miracle” zurück, einem explosiven Nachfolger von “Tether” aus Eigenproduktion. Hier geht’s zu unserer Review!

Bild: Another Miracle - Album Cover

Wie auch schon beim letzten Album Tether haben Of Mice & Men auch ihr heute erscheinendes, neuntes Studioalbum Another Miracle komplett eigenhändig produziert. Unter anderem aus einem bestimmten Grund: Auf der Platte wird es persönlich, lyrisch wie musikalisch -  und die Band hat sich dementsprechend für einen intimen Arbeitsansatz entschieden, indem sie sich ohne externe Produzenten oder Toningenieure mit dem Werk auseinandergesetzt haben. 

Of Mice & Men beschreiben ihren Sound beim neuen Werk selbst wie folgt:

“Wir haben nicht nur die Messlatte auf der melodischen Seite höher gelegt, sondern auch die Härte auf dem gesamten Album verdoppelt und etwas geschaffen, das sich für uns wie eine unglaublich starke und authentische Darstellung dessen anfühlt, was Of Mice & Men im Jahr 2025 ist.”

Und dem ist nur zuzustimmen. Das Album ist heavy von Track 1 bis 12, bietet aber trotzdem catchy Melodien und starke Emotionen in den Clean-Vocals. 

Of Mice & Men - Another Miracle Album Cover

Erster Eindruck

Den epischen Opener “A Waltz” wollte ich beim ersten Hören direkt in meinen Lieblingssongs speichern - nur um mich daran zu erinnern, dass ich mich noch bis heute gedulden muss. Abgesehen von dem gelungenen, gewaltigen Intro geht es in dem Track auch direkt heavy los, mit schönem, creepy Kontrast zwischen Whispers und Screams, plus getragene Vocals auf flächigen Gitarren, sodass man richtig in die Emotionswelt von Of Mice & Men mit hinein gezogen wird. Und Spoiler: Bis zum Ende der Platte bleibt dies mein absoluter Favorit.

Mit “Troubled Water” legen Tempo und Heaviness danach noch richtig einen drauf. Die Single dürften Fans schon seit September ein ums andere Mal gehört haben und auf dem Album entfaltet sich die explosive Power des Songs perfekt. 

“Safe and Sound” bringt Abwechslung mit elektronischem Intro und ist der bisher am melodischste Song. Vielleicht etwas langweilig nach den ersten Krachern, aber dann wieder entspannend einlullend, wie es der Songtitel suggeriert.

Wirklich emotional wird es in Track 5 bei “Wake Up”, der zweiten Single-Auskopplung. Die Akustikgitarre gibt dem ruhigen, aber dennoch heavy Song, den perfekten zusätzlichen Layer passend zu den Lyrics, die eben genau das aussagen, was der Titel verspricht: Wach auf und lebe im Moment.

Obwohl “Flowers” die neueste Single der Platte ist, hat der erste Durchlauf nicht richtig überzeugt. Trotzdem ein guter Song mit starkem, catchy Chorus, den ich nach dem zweiten Hören dann doch auf Repeat setzen wollte.

Der Titeltrack “Another Miracle” geht voll rein, mit rohen Vocals und authentischen Emotionen. Zusammen mit dem Folgetrack “Contact” dürften Metalcore-Fans hier angetan sein von den epischen Riffs in Kombination mit intimen Clean-Vocals und tief gehenden Screams.

“Parable” ist beim ersten Durchhören etwas untergegangen. Zweiter Eindruck: Geil. Die Melodie in den Clean-Vocals könnte etwas ausgefeilter, etwas charakteristischer sein - dieses Gefühl bleibt auch bei dem sonst starken “Somewhere in Between” und Folgetracks.

Zum Ende der Platte hin macht sich “Swallow” mit düsteren Klängen bemerkbar, das Ende des Tracks liefert nochmal alle Wut von OM&M in einem explosiven Finale. Die Heaviness gelingt einwandfrei - wie auf jedem Track bisher - und während die Clean-Vocals ihren, die  Job wunderbar tun und echte Hymnenmomente schaffen, dürften stellenweise gern mehr Experimente gemacht werden. 

“Infinite” überzeugt zum Abschluss noch einmal mit vollkommener Kombination aus atmosphärischen Sounds, authentischer Verletzlichkeit in wütenden Screams und mitreißendem Gesang. Eine wirkungsvolle Abrundung in Hinblick auf den epischen Einstieg mit “A Walz” - darf gern direkt wieder losgehen.

Gesamtbild

Hier muss kein Song geskippt werden. 

Intros wie das epische Opening von "A Waltz", der düstere Einstieg in "Swallow" und die atmosphärische Stimmung zu Beginn von "Infinite" machen direkt Bock, immer weiter reinzuhören. Ja, in den melodischen Parts klingt es teils etwas generisch nach Metalcore-Chorus, aber dennoch meist auf beste Weise, mit jede Menge Potential für Live-Hymnen.

Sollte man die Platte mit Tether vergleichen, fehlt mir auf Another Miracle ein eindringlicherer, gefühlvoller Song wie “Shiver” - was die Tracklist hier noch etwas aufgelockert hätte. Dafür gibt es hier ruhige Momente mit “Wake Up” und ähnliche Vibes bei “Infinite”.

Was Härte angeht, liefert die Platte von Anfang bis Ende ab. Melodische Momente sind präsent, aber nicht zu aufdringlich oder zu schnulzig. Man bekommt einen gut dosierten Mix zwischen Headbang- und Mosh-Parts und Mitsing-Momenten, die lyrisch authentisch sind.  

Ihr Ziel haben Of Mice & Men jedenfalls ohne Frage erreicht. Das Album klingt absolut persönlich und hat Platz für viele ehrliche Gefühlsmomente.

Anna Sophie
Geschrieben von

Anna Sophie

Hi, ich bin Anna! Als Content Creator bei Impericon bin ich für die Redaktionsleitung unseres Online-Magazins verantwortlich. Als geborene Musik-Enthusiastin kombiniere ich meine Leidenschaft für das Schreiben (meist mit Playlist im Ohr) mit aktuellen Themen aus der Welt des Rock, Metal, Core und Entertainment. Persönliche Highlights? Querbeet, von Sleep Token zu Lorna Shore bis Sabaton und viel Passion für Anime und Fantasy à la Tolkien! Wenn ich nicht gerade schreibe, bin ich viel auf Konzerten und Conventions unterwegs.