Allegaeon Death Metal Music

Band To Watch: Allegaeon – Technischer Death Metal mit Köpfchen und ordentlich Wucht

Es kann dir im Death Metal gar nicht vertrackt genug sein? Dann solltest du Allegaeon auf dem Schirm haben. Wir stellen die Band vor!

Bild: Allegaeon [Stephanie Cabral, Offizielles Pressebild]

Wer auf technischen Death Metal steht, aber neben wahnwitzigen Gitarrenläufen auch ein Gespür für Melodien und Atmosphäre mitbringt, sollte Allegaeon unbedingt auf dem Schirm haben. Die Band aus Colorado hat sich über die Jahre einen ganz eigenen Sound erarbeitet: komplex, progressiv und brutal, dabei aber immer wieder überraschend eingängig. Mit ihrem aktuellen Album The Ossuary Lens zeigen Allegaeon außerdem, dass sie auch nach sieben Studioalben noch lange nicht am Ende ihrer Entwicklung angekommen sind.

Wer sind Allegaeon?

Allegaeon wurden 2008 in Fort Collins, Colorado, gegründet und bewegen sich musikalisch zwischen Technical Death Metal und Melodic Death Metal. Seit ihren Anfangstagen stehen sie bei Metal Blade Records unter Vertrag und haben sich mit Alben wie Fragments Of Form And Function (2010), Formshifter (2012) und Elements Of The Infinite (2014) einen Namen in der Szene gemacht.

Im Laufe ihrer Karriere hat die Band einige Besetzungswechsel erlebt. Besonders spannend ist dabei die Rückkehr von Original-Frontmann Ezra Haynes, der die Band 2015 nach Elements Of The Infinite verlassen hatte und 2022 wieder zu Allegaeon stieß. Auf dem aktuellen Album ist er erstmals seit rund zehn Jahren wieder auf einer vollständigen Platte der Band zu hören. Eine Rückkehr, die dem Sound hörbar guttut.

Zwischen Technik, Melodie und großen Ideen

Allegaeon sind definitiv keine Band für nebenbei. Die Songs stecken voller komplexer Gitarrenarbeit, rasender Drums, verschachtelter Rhythmen und überraschender Wendungen. Gleichzeitig verlieren sie sich nicht in technischem Selbstzweck: Melodische Leads, atmosphärische Passagen und symphonische Elemente sorgen dafür, dass die Stücke auch emotional funktionieren.

Frontmann Ezra Haynes beschreibt den Stil der Band selbst als „Melotech“, eine Mischung aus melodischem und technischem Death Metal. Das trifft es ziemlich gut. Wer sich einen ersten Eindruck verschaffen möchte, sollte unbedingt bei „1.618“, „Proponent for Sentience III – The Extermination“ oder „Of Beasts and Worms“ reinhören. Auch „The Swarm“ und „Driftwood“ zeigen ziemlich eindrucksvoll, wie Allegaeon technische Finesse und starke Melodien zusammenbringen.

Inhaltlich beschäftigen sich die Musiker gerne mit Wissenschaft, Philosophie und Science-Fiction. Statt klassischer Genre-Klischees gibt es also auch thematisch einiges zu entdecken.

The Ossuary Lens: Ein neues Kapitel mit vertrauter Stimme

Am 4. April 2025 haben Allegaeon mit The Ossuary Lens ihr siebtes Studioalbum veröffentlicht. Die Platte ist nicht nur wegen der Rückkehr von Ezra Haynes besonders, sondern auch musikalisch ein wichtiger Schritt für die Band. Gitarrist Greg Burgess beschreibt die Entwicklung als eine Kombination aus den technischen und progressiven Elementen der vergangenen Jahre, ergänzt um symphonische und ambientartige Einflüsse.

Die zehn Songs des Albums drehen sich um unterschiedliche Perspektiven auf den Tod. Dabei handelt es sich nicht um ein klassisches Konzeptalbum, aber ein thematischer roter Faden zieht sich durch die Platte. Aufgenommen wurde The Ossuary Lens mit Produzent Dave Otero in dessen Flatline Audio Studio in Denver – eine Zusammenarbeit, die Allegaeon bereits von mehreren vorherigen Alben kennen.

Mit Songs wie „Chaos Theory“, „The Swarm“ und „Dark Matter Dynamics“ liefert die Band reichlich Material für Fans anspruchsvoller Gitarrenarbeit. Gleichzeitig zeigen Stücke wie „Wake Circling Above“, dass auch ruhigere, atmosphärische Momente ihren Platz im Allegaeon-Sound haben.

Für wen lohnt sich Allegaeon?

Wenn ihr mit Bands wie Obscura, The Black Dahlia Murder oder Archspire etwas anfangen könnt, dürften Allegaeon genau euer Ding sein. Auf den ersten Blick ist es wohl keine Band, die man nach dem ersten Durchlauf vollständig durchschaut, aber genau das macht den Reiz aus: Bei jedem weiteren Hören lassen sich neue Details entdecken. The Ossuary Lens ist dafür ein ziemlich guter Einstieg und ein überzeugendes Argument dafür, diese Kombo auf dem Radar zu behalten.

Wer also Lust auf Death Metal mit Anspruch, Abwechslung und ordentlich Wucht hat, sollte Allegaeon definitiv eine Chance geben.

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Julia
Geschrieben von

Julia

Hey, ich bin Julia und schon lange redaktionell in der Szene tätig. "It was never just a phase, mom" - von Metalcore über Emo bis hin zu Nu Metal liebe und lebe ich seit meiner Jugend alles, womit ich meine Emotionen in jeder Lebenslage gut herausschreien kann. Wenn ich die Musik gerade nicht höre, halte ich mich mit News und Trends aus der Szene up to date. Man trifft mich außerdem oft auf Konzerten und Festivals oder mit meinem Hund bei ausgedehnten Gassigängen im Feld.