Bild: Offizielles Album-Artwork von Take Me Back To Eden
Am 19. Mai 2023 haben Sleep Token ihr Album Take Me Back To Eden auf den Markt gebracht. Heute feiert der dritte Longplayer des britischen Kollektivs also seinen dritten Geburtstag. Drei Jahre, in denen für Sleep Token viel passiert ist. Und das hat die Band zu großen Teilen auch ihrem Album Take Me Back To Eden zu verdanken, denn mit dieser Platte haben die Briten ihren internationalen Durchbruch geschafft!
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Take Me Back To Eden erschien nach Sundowning (2019) und This Place Will Become Your Tomb (2021) als letzter Teil einer Trilogie. Thematisch stricken die Songs die Geschichte der ersten beiden Platten somit weiter. Es geht um den Protagonisten Vessel, der zeitgleich auch der Frontmann der maskierten Band ist, sowie die fiktive Gottheit Sleep. Die beiden stehen in einer Beziehung zueinander und Vessel opfert ihr in Form seiner Songs “Tokens”, um sie zufriedenzustellen. Das Miteinander - oder Gegeneinander? - der beiden Hauptfiguren zeugt von einer toxischen Beziehung zueinander, die auch in Take Me Back To Eden manifestiert wird. Songs wie “Chokehold”, “Vore” oder “Aqua Regia” sind bezeichnend für diese Thematik.
Sleep Token: Zwischen toxischer Beziehung und Mut zur Veränderung
Der Aufbau der ersten drei Alben ist stets gleich. Sie alle umfassen jeweils zwölf Songs, von denen die Fans die Hauptgeschichte den ersten elf Tracks zuschreiben und das letzte Stück als eine Art Epilog bezeichnen. Die Platte schließt mit dem Track “Euclid”, der das Leid aus den vorigen Stücken aufnimmt und zusammenfasst, denn thematisch handelt er vom Loslassen einer sehr schmerzhaften Erfahrung oder Situation und im Übertragenen Sinne von einer Art Wiedergeburt (“The night belongs to you / This bough has broken through / I must be someone new”). Somit schließt er nicht nur die Geschichte des Albums selbst, sondern der ganzen Trilogie ab.
Neben den Songs, die die Beziehung zwischen Sleep und Vessel skizzieren, gibt es auch Stücke auf Take Me Back To Eden, die tief ins Innenleben von Vessel selbst blicken lassen, wie beispielsweise “DYWTYLM” (“Do You Wish That You Loved Me”) oder “Are You Really Okay?”. Die gesamte Geschichte des Albums dreht sich faktisch darum, wie sehr Vessel leidet und egal, wie sehr er versucht, aus dem Gefängnis mit Sleep auszubrechen, desto stärker zerbricht er daran. Dennoch machen die Stücke auch Mut. Immer wieder versucht Vessel lyrisch einen Schritt nach vorn zu gehen und “Euclid” deutet an, dass er es trotz des harten Kampfes und der Rückschläge schafft. Das Nachfolgewerk Even In Arcadia von 2025 unterstreicht genau das, denn hier geht es erstmals nicht um die toxischen Beziehungsstrukturen zwischen ihm und Sleep.
Musik aus allen Genre-Ecken
Musikalisch werden die Emotionen der Tracks auf vielfältigste Art und Weise transportiert. Ähnlich, wie man es auch aus den vorigen Releases schon kannte, folgt auch Take Me Back To Eden keinem bestimmten roten Sound-Faden. Ganz im Gegenteil, die nicht gerade leicht verdaulichen Lyrics werden durch verschiedene Genres in eine einzigartige Klangkulisse verpackt. Neben Alternative Metal und Progressive Metal werden auch Einflüsse aus Funk, Blues, R&B, Pop und Electronica genutzt, um die Songs zu dem zu machen, was sie sind. Mit Erfolg: Auf Spotify ist der dritte Sleep Token-Longplayer das meist gestreamte Metal-Album 2023.
Auch kommerziell war es bis zu seinem Release das erfolgreichste Werk der Briten. In allen relevanten Märkten landete die Platte in den Charts, in ihrer Heimat UK auf Platz 3, in Deutschland auf Platz 5, in den USA auf Platz 16. Ob Sleep Token bewusst durch den Einfluss von verschiedenen Genres in unterschiedlichen Pools von Hörerschaften fischen, ist fraglich. Vielmehr wirkt es stets so, als würden sie einfach das machen, was gerade passt. So oder so geht die Gleichung aber auf, denn nicht nur Metalheads sind der Musik von Sleep Token zugeneigt.
Eine Tour, die alles veränderte
Nicht ganz unschuldig war auch ein kluger Schachzug vor Veröffentlichung der Scheibe. Anfang 2023, also noch vor Release von Take Me Back To Eden, begleiteten Sleep Token Architects auf deren Tour zum Album For Those That Wish To Exist. Mit “Chokehold” und “The Summoning” veröffentlichte man die ersten beiden Singles zum Kick-Off der Tour der Metalcore-Kombo und konnte im Vorprogramm komplett überzeugen. Wer Sleep Token bis dahin nicht kannte und sich der Szene zugehörig fühlte, kam danach definitiv nicht drumrum, sich die Musik des Kollektivs anzuhören. Kurz nach der Tour erschienen dann die nächsten Singles.
Innerhalb eines Monats konnten Sleep Token durch die schnelle Veröffentlichung der Singles und die Tour mit Architects bei Spotify ihre Anzahl der monatlichen Hörer:innen vervierfachen. So startete man mit 300.000 Anfang Januar 2023 und lag Ende des Monats bei knapp 1,6 Millionen. Hut ab!
Der Nachhall
Durch den immensen Erfolg von Take Me Back To Eden war die Erwartung an eine neue Platte natürlich hoch. Even In Arcadia ging thematisch zwar in eine andere Richtung, konnte an den Erfolg von TMBTE aber anknüpfen - oder überstieg ihn sogar. Rein kommerziell heimste die vierte Platte höhere Chartplatzierungen ein, doch unter Fans ist und bleibt Take Me Back To Eden aber größtenteils der Favorit. Umso schöner ist es, dass Musik kein Ablaufdatum hat.
