Bild: My Chemical Romance [Dave Hill]
Eine Band, ein Album, eine Generation. The Black Parade folgte 2006 auf das Durchbruchsalbum von My Chemical Romance, Three Cheers For Sweet Revenge, und ist bis heute ihr bekanntester Longplayer. Immer wieder zeigen die Werke der Band - und The Black Parade allen voran - wie viel eine Band mit nur vier Releases in ihrer Laufbahn aussagen und bewirken kann. Das Konzeptalbum wurde der Soundtrack für, well, basically die gesamte Emo- & Scene-Ära der 2000er und darüber hinaus. Jetzt sind zwanzig Jahre vergangen und wer damals schon Fan war, macht heute immer noch TikTok-Challenges zum unumstritten ikonischsten Song der Platte, “Welcome to the Black Parade” Challenge-Beispiel hier (vielleicht hält jemand länger durch...).
My Chemical Romance feiern das Jubiläum selbst mit einer 20th Anniversary Edition des neuen Albums, die am 23. Oktober 2026 erscheint.
Sichere dir hier deine Pre-Order!
Ein persönlicher Throwback
Damals beim Release war natürlich noch lange kein TikTok in Sicht. Stattdessen war die Plattform der Wahl MySpace und ja, 2006 wurde Twitter überhaupt erst gelaunched.
In meinem Fall war ich zu diesem Zeitpunkt allerdings erst sieben Jahre alt und noch vorrangig mit Bibi & Tina beschäftigt - mein Einstieg zu MCR erfolgte stattdessen über diverse dramatische Memes auf Twitter und einen USB-Stick von einer Bekannten über ein paar Ecken irgendwo zwischen 2014 und 2015 - als sich die Band bereits aufgelöst hatte. Das Ganze wurde auf meinen größten Schatz - meinen iPod - geladen und auf einem ziemlich langen Spaziergang im Feld zum ersten Mal richtig angehört. Und selbst wenn ich da noch keine Lyrics und Bedeutungen hinter der Platte kannte, war die Musik irgendwie schon mit ihrem Erbe und einem unglaublich melancholischen Feeling aufgeladen. Bis heute gibt es kaum ein anderes Album, das ich von Anfang bis Ende so shamelessly mitsingen kann... Und ich denke, ich bin absolut nicht allein als Nachzügler im (verdienten) The Black Parade-Hype - umso emotionaler wurde es also für die Community, als die Band sich dazu entschied, zumindest live wieder gemeinsam aufzutreten: Die einen hatten die einzigartige Live-Energie der Konzerte von Gerard Way & Co. vermisst, der Rest hatte noch nie die Chance gehabt, sie live zu erleben.
Einordnung von Album-Konzept und Entstehung durch Gerard Way
Das Konzept des Albums erscheint erstmal ziemlich düster: 14 Tracks, die sich mit dem Tod auseinandersetzen. Sie folgen dem Charakter “The Patient”, der an Krebs erkrankt ist und erzählen seine Geschichte. Doch dort sind unvermeidlich auch die Themen Hoffnung, Erlösung und Liebe untergebracht. Das Konzept hörte natürlich nicht beim Album auf - noch heute nach der MCR-Reunion ist es ein visuelles Konzept, dass sich von den Stage-Outfits bis durch die Live-Performance des gesamten Albums zieht.
„Der eigentliche Sinn dahinter, zu ‚The Black Parade‘ zu werden, war wirklich, dem Konzept ein theatralisches Ventil zu verschaffen – eine physische Verkörperung dieser Idee zu sein. Der Clou daran war, dass es uns erlaubt hat, dieses Konzept selbst in kleine Clubs zu bringen. Wenn du ein Konzeptalbum machst, willst du diese Idee schließlich auch auf deine Live-Shows übertragen.“
- Gerard Way, wortraub
Zuletzt erst war das Wembley Stadium im UK so voll für eine weitere Show rund um das Kultalbum, als wären nicht bereits zwei Dekaden vergangen, und darüber hinaus über sechs Jahre Pause, plus die Corona-Zeit, die einige Konzerte zum Comeback nach hinten verschob.
Was die Tracklist angeht, darf allerdings nicht nur “Welcome to the Black Parade” das Spotlight für sich einnehmen. Bei so viel Tiefgang und emotional aufgeladenen Lyrics hat sicher jeder einzelne Hörer ganz eigene Deep-Cuts mit persönlichen Geschichten dahinter. Trotzdem gehören “Teenagers” und “Famous Last Words” natürlich zu den unschlagbaren Favoriten.
Gerard Way erinnerte sich in einem Interview zurück an die Bedeutung und den Entstehungsprozess des Albums und “Welcome to the Black Parade":
„Es gibt Dunkelheit in der Welt. Und ich denke, diese Dunkelheit zu überwinden – diese innere wie äußere Dunkelheit –, ist etwas Wunderschönes. Es ist eine echte Herausforderung, aber es ist wunderschön, wenn man das schafft, wenn man gewissermaßen darüber triumphiert. Genau das ist ein Thema, das definitiv in ‚Black Parade‘, dem Song, steckt – und ganz allgemein in meiner Arbeit.“
„Dieser Song war – wie so vieles von My Chem – eine wirklich gemeinschaftliche Erfahrung. Wir waren zusammen in diesem Spukhaus, sind langsam alle irgendwie depressiv, zurückgezogen und von der Außenwelt isoliert geworden; ich kann mich nicht einmal daran erinnern, dass wir dieses Haus überhaupt verlassen haben.
Es wurde zu einem düsteren Ort. Doch einfach dort zu sein, zusammen an dieser Idee zu jammen, gemeinsam zu spielen und das erste Grundgerüst des Songs zu erarbeiten – das war eine echte Gemeinschaftsleistung.“
Spätestens in weiteren zwanzig Jahren werden wir wieder nostalgisch - bis dahin, weiterhören.
Für weitere Band News füge uns zu deinen bevorzugten Google-Quellen hinzu.
