Unsere kostenfreie Hotline
0800 26 67 74 7 Mo-Fr 10-21 / Sa 11-16 Uhr
70€ Versandkostenfrei
ab 70€ Warenwert
30 30 Tage
Rückgaberecht

Review: Caliban - GHOST EMPIRE

Caliban - GHOST EMPIRE

Imperium der Abgründe – Caliban

Die Speerspitze sticht erneut zu. Caliban gehören neben Heaven Shall Burn zu den Anführern der heimischen Metalcore-Szene. Vor, und das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, mittlerweile zehn Jahren hat die Truppe rund um Aushängeschild Andy Dörner das Referenzwerk THE OPPOSITE FROM WITHIN auf die Menschheit losgelassen. An Genre-Könige wie die genannten Heaven Shall Burn, Killswitch Engage oder As I Lay Dying schloss man mühelos auf.

Im Jahre 2012 meldeten sich Caliban mit I AM NEMESIS lautstark zurück. Nun liegt mit GHOST EMPIRE der aktuelle Longplayer vor, der am 24. Januar erscheinen wird. Ob die Platte die Stärke des Vorgängeralbums halten kann, erfährt ihr in unserer Review.

Caliban - GHOST EMPIRE

Caliban

GHOST EMPIRE

Century Media Records

4/6

12 Songs

Der Opener ‘King’ gibt die Marschrichtung vor. Ein Chorus, der in seiner Eingängigkeit im gegenwärtigen Gedöns aus metallischem Wildwuchs händeringend Seinesgleichen sucht, nistet sich geradezu im Gehörgang der geneigten Hörerschaft ein. In Kombination mit dumpfem Bounce-Riffing ergibt sich ein handwerklich großartiger Song, der Kritiker aber nicht verstummen lassen wird. Wir werden erfahren, wieso.

Denn spätestens auf dem mutig in deutsch gehaltenem ‘nebeL’, veredelt von BastiBastis Organ, der im Brotberuf bekanntlich für Callejon zum Mikro greift, geht ein Lichtlein auf. Muss ‘Metal’ per se ständig nach dem nächsten Härtegrad suchen? Muss jeder Output zum Schwanzvergleich mutieren? Ist man sich nur dann treu, wenn man den willkürlich erdichteten Genre-Begrenzungen folgt? Muss man als Metal-, respektive Hardcore-Fan jeglicher Couleur dem Ansprechen von Emotionen entsagen? Oder darf man als Truppe einfach mal einen eingängigen Song schreiben, der einem vielleicht auch selbst gefällt?

Ob die auf GHOST EMPIRE thematisierten menschlichen Gefühle – Abgründe, Versagen oder schlichtweg Leere – ehrlicher Natur sind, oder ob hier schablonenhaft vorgegangen wird, das muss jeder Hörer für sich entscheiden. Doch drängt sich das Gefühl auf, dass Wertschätzung für Songwriting zusehends flöten geht. Was zählt ist das nächste Limit: härter, lauter, schneller.

Caliban hingegen beweisen auf GHOST EMPIRE eindrucksvoll, dass sie vor allem eines können: Eingängige Songs schreiben. Diese Kunst muss mühsam erlernt werden. Zu einfach ist das Verstecken hinter Technik, Szenekodizes oder Härte. Und genau dafür zollen wir Caliban größten Respekt.

Von dieser Diskussion abgesehen, fungiert GHOST EMPIRE als Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft. Caliban werten ihre Trademarks mit modernen Elementen auf, katapultieren sich in den Zeitgeist und konstatieren: So schnell werdet ihr uns nicht los! Die Manifestation dieser Denke ist ‘yOUR Song’, eine Danksagung an die Ermöglicher dieses Faktums – die Fans da draußen, die in den ersten Reihen stehen, die Fäuste recken und ihre Stimmbänder für Caliban opfern. GHOST EMPIRE stellt sicher, dass dies noch lange so weitergehen wird.

DVD Trailer:

 

Geschrieben am 19.01.2014
von michael
 
 
Nach Oben
Vans
Being As An Ocean